[005] Dark Patterns

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Einführung / Aktuelles

Wir heißen euch herzlich willkommen in den geheimen Kerker der Dark Patterns. In dieser Folge beleuchten wir was Dark Patterns sind, ob man sie essen kann bzw. ob man dagegen verhüten kann und zwar am besten gefühlsecht. Doch zunächst eine Anmerkung in eigener Sache: Schreibt uns gern Feedback zum Podcast oder kommt vorbei und überbringt es als singende Grußbotschaft, was auch immer euch lieber ist. Wir haben im Moment wenig Plan was wir gut machen und wo wir Nachholbedarf haben (YOLO-Prinzip).

Nun aber zu aktuellen Geschehnissen deiner Favoriten-Podcaster:

  • Niklas scheint nur noch für die Medien zu leben, die Video-Aufnahmen für die Shopware 6 Schulungen gehen in eine weitere Runde. Die Veröffentlichungen stehen wohl an und wir drücken die Daumen, dass er das Ganze bis zum Schluss möglichst unbeschadet übersteht. Er plant auch diverse Dev Meetups an verschiedene Standorten Deutschlandweit, Langeweile klingt anders.
  • Marcus gibt Workshops für gehobene Bademode und Nachthemden (bei ihm überrascht uns auch nichts mehr). Auch wenn er problemlos als Model durchgehen könnte, geht es eher um Shopware-Workshops für die betroffenen Shop-Betreiber.
  • Edin macht lustige B2B Plugins und bemüht sich Last-Minute Black-Dings-Bums und Cyber-Ding-Dongs Wünsche zu erfüllen. Übrigens, es wäre interessant mal von euch zu hören ob und wie die Cyberwochen dem Weihnachtsgeschäft bei euch den Rang ablaufen.

Auch in dieser Woche werdet ihr natürlich von Edins Kuriositäten-Skurrilitäten-Kabinett nicht verschont:

  • Spreadshop läuft künftig unter einer eigenen Marke. Definitiv eine Alternative für die Kreativpersonen, die gegen Umsatzbeteiligung auf die vorhandene Infrastruktur zugreifen möchten. Ein bekanntes Beispiel ist der Shop von Ralph Ruthe
  • Für Shopware 6 gibt es nun seitens Shopware ein Migrationtool für Magneto 1.9. Die Magentorianer unter euch gerne mal ausprobieren und berichten.
  • Passend zum Migrationstool: Es gibt schon einige Profis aus dem Magento-Universum, die Shopware ernsthaft unter die Lupe nehmen, Stichwort Drei Magentos im Shopware Universum
  • Auch wenn für uns Shopware das System der Wahl ist, haben auch andere Softwarehäuser hübsche Töchter, so wie Commerce Tools. Und die haben sich ein großes Investment aus den Staaten gesichert. Herzlichen Glückwunsch dazu!
  • Dass Shopware aber selbst weiterhin liefert, zeigen die diesjährigen Shop Usability Awards. In einem Beitrag von Shopware gibt es den Überblick der Shopware-Gewinner von denen man sich einiges Gutes abschauen kann.
  • Unfassbar ist die folgende News: Am “Single Day”, dem chinesischen Gegenstück zu Black Friday, wurden nach gut einer Minute mehr als eine Milliarde Dollar umgesetzt! Am Ende des Tages sind es gut 38 Mrd. Dollar. Wir sind sprachlos.
  • Für die Liebhaber von guten Adventures und knallhartem MySQL gibt es endlich den perfekten Zwitter, ein MySQL-Adventure. Zwar nicht unbedingt für absoluten MySQL Einsteiger geeignet, dennoch wert, dass man seine Freizeit ein wenig damit verbringt.
  • Anwälte scheinen die DSGVO jetzt fertig gelesen zu haben: In Form einer ersten DSGVO Milionen-Strafe rückt das Theme nun für Shopbetreiber hautnah. Den eigenen Shop zeitnah Privacy-konform zu gestalten ist ein kostenloser Rat von uns. Sind wir nicht nett und schlau?
  • Der letzte Punkt geht vor allem an die SEO-affinen Hörer: Künftig wird Chrome langsame Webseiten beim Öffnen als solche markieren. Die Neuigkeit liefert auch uns genügend Diskussionsstoff und genügend Raum für die subjektiven Pros und Kontras. Man kann fast von einem Mini-Podcast im Podcast sprechen. Im Detail geht es um die Technologien wie AMP und HTTPS, das Wegfallen der Don’t Be Evil Policy von Google oder um das Google Chrome Dev Team.

Dark Patterns: Definition und Einführung

Nun möchten wir smooth, chillig, hart aber herzlich zu unserem Hauptthema übergehen: Den Dark Patterns. Niklas hat das Wort und freestyled sich an die Definition heran, basierend auf dem deutschen Wiki Beitrag. Umgangssprachlich gesprochen möchten man mit Dark Patterns die Besucher einer Website oder einer App bewusst oder unbewusst zu Interaktionen/Transaktionen verleiten, die nicht in ihrem Interesse liegen. Das Ziel ist es dem Anbieter der Plattform einen wirtschaflichen Vorteil zu verschaffen. Der geistige Vater des Begriffs hört auf den Namen Harry Brignull, seine Thesen hat er auf darkpatterns.org verschriftlicht und mit Beispielen untermauert. “Lösch’ mal deinen Amazon Account” ist ein gutes Beispiel wie man eine bestimmte Gattung der Dark Patterns in der freien Wildbahn bewundern kann. Die im Podcast versprochene Lösung des Löschungsrätsels liefern wir ebenfalls.

Eine Studie zu Dark Patterns der Princeton Universität gibt uns die Sortierung in verschiedene Schubladen, inkl. passender Beispiele. Doch wie dunkel muss ein Dark Pattern sein um als solches im Sinne Brignulls eingeordnet zu werden? Nach Edins Meinung würde eine strenge Auslegung der anerkannten Definition fast schon bedeuten, dass wir es nur noch mit der dunklen Seite des Marketings zu tun haben. Unsere nachfolgenden Überlegungen gehen daher deutlich öfters von einer Grauzone aus. Auch versuchen wir die rechtlich bedenklichen Dark Patterns von eher fragwürdigen aber noch legalen Marketing-Maßnahmen zu unterscheiden. Wie schwierig das sein kann erklärt uns Marcus an dem allseits bekannten Beispiel der Hotelvergleichsportale, das berüchtigte Digga-Ich-Stress-Dich-Dauerhaft-Denn-Dein-Zimmer-Ist-Gleich-Weg-Weil-Alle-Wollen-Es-Haben-Bestell-Sofort Beispiel. Auch die Ticket-Börsen sind wahrliche Meister der Illusion der künstlichen Verknappung, wie wir es an eine Beispiel beschreiben.

Typen von Dark Patterns

Die Schwierigkeit der Trennung zwischen Dark Pattern und aggresivem Marketing lässt uns drei kühnen Castern keine Sekunde zögern, uns ins Gefecht für die Gerechtigkeit im eCommerce zu stürzen. Wir möchten die einzelnen Arten durchgehen und die jeweiligen Definitionen direkt mit passenden Beispielen unterfüttern. Als da wären unter anderem Sneak into Basket bzw. ungefragt Sachen in Warenkorb legen, Forced Continuity oder Dinge wie versteckte Abonnements und falsche Dringlichkeit. Edin meint den Algorithmus aller Dark Patters an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns festzunageln zu können, nämlich dem sogenannten schnellen Denken. Im Buch Schnelles Denken Langsames Denken kann man darüber mehr erfahren. Auch das Beispiel von Niklas [This is your Brain on Sale]((https://www.psychologytoday.com/intl/blog/behind-online-behavior/201911/is-your-brain-sale) schlägt in die gleiche Kerbe, bezieht sich jedoch deutlich konkreter auf die eCommerce Perspektive. Es folgen weitere Berichte aus der Online und Offline Welt. Und wir denken laut darüber nach wo die Grenze zwischen verbotener Manipulation und dem in eCommerce verbreiteten Story-Telling liegt. Künstliche Verknappung beschäftigt uns ebenfalls intensiver, wir sprechen darüber, wie manipulativ solche Begriffe wie “Limited Edition” oder “Special Editions” sein können, auch wenn das nicht zu den Dark Pattern zählt. Hier mutmaßen wir weiter über die Folgen für die Händler, die solche Aktionen gegebenenfalls zu sehr überstrapazieren. Und selbst dabei finden wir Beispiele wo unserer Meinung nach die künstliche Verknappung scheinbar immer zieht. Eine weiterer Dark Pattern Typ ist Confirmshaming (Schlechtes Gewissen machen), es werden Beispiele genannt, mehr oder minder lustiger Art, auch aus der Offline-Welt. Wir wagen einen Ausblick in die Zukunft und denken uns die “Möglichkeiten” die Dark Patterns je nach Eingabegerät und Sales Channel haben könnten. An dieser Stelle verweisen wir auf die Kommentare für weitere Diskussionen und Beispiele, sonst kommt Edin nicht mehr zum Schlafen heute nacht. Folgende Empfehlung Dark Patterns: Mit Psychotricks Entscheidungen manipulieren möchten wir euch jedoch nicht vorenthalten.

Neuromarketing

Im letzten Drittel reden wir über Neuromarketing. Wir sind uns einig nicht einer Meinung darüber zu sein, wie die Relation zu Dark Patterns ist. Übrigens: An dieser Stelle erfahren wir alle, dass Marcus die Wikipedia “durchgelesen” hat, was vor ihm vermutlich nur Chuck Norris geschafft hat! :-) Wir sprechen verschiedene Aspekte der Wissenschaft an, erwähnen dabei auch die Neurowissenschaften im Allgemeinen an (Über- oder Nebenbegriff dazu?) und machen punktuelle Abstecher zu benachbarten Kleinstthemen. Eines davon ist Behaviour Patterns - Niklas stellt uns die verschiedenen Ausprägungen vor. Angewandt wie gedacht sind diese nicht verwerflich. Aber auch hier kann man sehr schnell auf die dunkle Seite geraten. Abschließend fassen wir nochmals das Besprochene zusammen und versuchen den Shopbetreiber-Zuhörer unter euch für das Thema zu sensibilisieren, damit ihr nicht den süßen Versuchungen des Bösen zu erliegt, bzw. lasst euch nicht dabei erwischen. ;)

Wir freuen uns wie immer auf euer Feedback auf Twitter, auf unserer Seite (geht auch ohne Anmeldung) oder per E-Mail. :-)

//Edin

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